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ER: Und trotzdem, wie viel?
SIE: Und wie viel ist es Ihnen wert?
ER: Gar nichts. Ich brauche das auch umsonst nicht. Ich interessiere mich nur aus Neugier.
SIE: Wissen Sie, was ich Ihnen sage? Wenn, zum Beispiel, in Spanien eine Dame einem Herren ein Treffen anbot – selbst in stockdunkler Nacht und an unbekanntem Ort – dann ging er dorthin, ohne zu z"ogern, ohne an den Geldbeutel zu denken oder an Gefahren. So handelten richtige Caballeros.
ER: Aber wir sind nicht in Spanien und geben keine Mantel-und-Degen-Vorstellung. Wir sind in unserer tr"uben, t"aglichen Wirklichkeit, wo es viel Hinterlist, Betrug, Verbrechen und Grausamkeit gibt. Zudem geht es nicht nur um meine Vorsichtigkeit.
SIE: Um was denn?
ER: Um offen zu sein, den L"offel in den Brei zu stecken ist angenehm auf einem sauberen Teller und nicht in einem "offentlichen Spucknapf. Entschuldigen Sie, ich wollte Sie nicht beleidigen.
SIE: Vielleicht wollten Sie das nicht, aber Sie haben beleidigt. Aber nicht mit groben Worten, nein, die habe ich schon von Ihnen geh"ort, sondern damit, dass Sie mich einfach nicht wollen. Und f"ur eine Frau gibt es keine gr"ossere Beleidigung, als zu wissen, dass sie unerw"unscht ist.
ER: Bitte, verlassen wir dieses Thema. Wir haben uns doch geeinigt.
SIE: Wir haben uns auf nichts geeinigt.
ER: Sprechen wir von irgendetwas anderem.
SIE: Lassen Sie uns lieber "uber irgendetwas anderes schweigen. (Pause.)
ER: Da Sie keinen Wodka m"ogen, bestellen wir vielleicht wirklich Champagner?
SIE: Nicht jetzt.
ER: Und wann dann?
SIE: Morgen fr"uh.
ER: Den morgigen Morgen wird es nicht geben.
SIE: Wird es.
ER: Wird es nicht.
SIE: Und was wird? Nur die Nacht?
ER: Nichts wird. Ich hab' doch gesagt – kein Bett.
SIE: Das habe ich Ihnen auch nicht versprochen. Aber "uberhaupt, ein verheirateter Mann ist in zwei F"allen nicht zum Bett geneigt: Entweder hat ihn die Ehefrau so verzaubert, dass es ihn nicht zu anderen Frauen zieht, oder sie hat ihn so sehr abgestumpft, dass er daran den Geschmack verloren hat. Mit welcher dieser M"oglichkeiten haben wir es in unserem Fall zu tun?
ER: (Br"usk.) Ich habe Sie, scheint es, gebeten, mein privates Leben nicht zu ber"uhren. Kein Wort "uber meine Frau. Und "uberhaupt, nicht "uber mich zu reden.
SIE: Wor"uber dann?
ER: "Uber was Sie wollen, nur nicht "uber mich.
SIE: Aber ich m"ochte gerade nur "uber Sie reden.
ER: Wozu brauchen Sie das?
SIE: Das brauchen SIE. SIE sind ungl"ucklich. Sie haben niemanden, um die Seele auszusch"utten.
ER: Ich bin v"ollig in Ordnung.
SIE: Und Sie f"urchten mich.
ER: Ich – Sie?
SIE: Ja, Sie f"urchten sich mir nachzugeben, aber noch mehr f"urchten Sie sich, mich zu verlassen, zur"uckzukehren in Ihr Zimmer und mit sich und Ihrer Schlaflosigkeit alleine zu bleiben. Gerade deshalb sitzen Sie mit mir und bieten mir Champagner an, obwohl Sie mich in Ihrer Seele verachten. Verachten und wollen. So ist es doch?
ER: Quatsch.
SIE: Das ist die Wahrheit.
ER: Nein, Sie irren sich.
SIE: Sie verachten nicht, sondern wollen nur?
ER: Nein.
SIE: Sie wollen nicht, sondern verachten nur?
ER: Sie k"onnen erstaunlich leicht reizen und sich an jedes Wort klammern.
SIE: Ich klammere, weil ich Sie angeln will. Ist das denn nicht verst"andlich?
ER: Und das geben Sie zu?
SIE: Habe ich das etwa verheimlicht? Ich habe Sie doch von Anfang an darin best"atigt. Aber Sie f"urchten mich, warum auch immer.
ER: Ich f"urchte nichts. Mir wird es einfach unangenehm sein, morgens mit einer unbekannten Frau aufzuwachen.
SIE: Und nicht zu wissen, wie Sie sie loswerden.
ER: Das habe ich nicht gesagt.
SIE: Nur gedacht.
ER: (Br"usk.) Ich will Sie nicht beleidigen, aber ich bin gezwungen zum zehnten Mal zu wiederholen – ich bin keiner von denen, die Vergn"ugen an stundenweise zahlbarer Liebe finden. Vielleicht bin ich altmodisch, aber ich kann mich nicht selbst ver"andern.
SIE: Das muss auch nicht sein. Sie gefallen mir genau so.
ER: (Nimmt den Geldbeutel, holt einige Scheine heraus und legt sie auf den Tisch.) Hier, nehmen Sie!