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Krasnogorov Valentin

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BESUCHER: Ja, nat"urlich. (Kramt in seinen Taschen.) Entschuldigen Sie, Doktor, ich f"urchte, ich habe ihn zuhause gelassen.

DOKTOR: Ehrlich gesagt, Sie bereiten mir einige Probleme.

BESUCHER: Ich weiss selbst nicht, wie das passiert ist. Ich erinnere mich, dass der Name sehr verbreitet ist.

DOKTOR: Versuchen wir, uns zu erinnern. Vielleicht Martin?

BESUCHER: (Unsicher.) Vielleicht.

DOKTOR: Oder Peter?

BESUCHER: Ich weiss nicht.

DOKTOR: Und an den Familiennamen erinnern Sie sich auch nicht?

BESUCHER: Und an den Familiennamen erinnere ich mich auch nicht. Aber regen Sie sich nicht auf. Ich muss einen Zettel bei mir haben, mit meinem Namen und der Adresse. Meine Frau steckt mir immer diesen Zettel in die Tasche, wenn ich aus dem Haus gehe. F"ur alle F"alle. (Sucht in den Taschen und findet den Zettel. Triumphierend.) Hier, Sehen Sie!? Jetzt erfahren Sie, wie ich heisse. Wenn das schon so wichtig f"ur Sie ist. (Reicht dem Doktor den Zettel.)

DOKTOR: (Entfaltet den Zettel und liest.) Also… Telefonnummer. Scheint ein Handy zu sein. Und hier ist auch der Name: „Marina“. (Verbl"ufft.) Aber das ist doch nicht Ihr Name!

BESUCHER: Sind Sie sicher?

DOKTOR: Sie etwa nicht? Sie sind doch ein Mann!

BESUCHER: Woher wissen Sie das? Habe ich Ihnen das gesagt?

DOKTOR: Wissen Sie denn das selbst nicht?

BESUCHER: Dass ich ein Mann bin? Wenn Sie das best"atigen, dann glaube ich Ihnen. (Gr"ubelnd.) Falls Marina, dann ist das nicht mein Name, aber wessen dann?

DOKTOR: (Beginnt nerv"os zu werden.) Eigentlich wollte ich Sie das fragen.

BESUCHER: Wahrscheinlich ist das der Name meiner Frau.

DOKTOR: Was heisst „wahrscheinlich“? Erinnern Sie sich nicht an den Namen Ihrer Frau?

BESUCHER: Sie beleidigen mich. Nat"urlich erinnere ich mich.

DOKTOR: Also, ist sie das, oder nicht?

BESUCHER: Nat"urlich, sie. Meine z"artliche, liebende und geliebte Frau. Eine treue Freundin seit den ersten Jugendtagen. Sie glauben es nicht, aber ich bin mir ihr seit der ersten Klasse bekannt. Wir haben doch in ein und derselben Schule gelernt. Ach, Doktor, erinnern denn Sie sich an Ihre Flitterwochen?

DOKTOR: (Ungl"aubig.) Und Sie erinnern sich?

BESUCHER: Und wie! Ach, was war das f"ur eine Zeit! Jede Vertiefung auf ihrem K"orper war noch von einem Geheimnis umgeben. Jede Ber"uhrung war aufregend, und jede Nacht erschien wie ein Wunder. Ein nicht enden wollendes Wunder. Erinnern Sie sich denn an all das, Doktor?

DOKTOR: (Seufzend, mit Gef"uhl.) Wer von uns erinnert sich nicht daran?

BESUCHER: Glauben Sie mir, aber unsere Flitterwochen dauern auch jetzt noch an.

DOKTOR: Sie kann man nur beneiden.

BESUCHER: Jeden Abend, wenn ich mich ins Bett lege, setze ich die Brille auf und lese Zeitung, und meine Frau dreht sich die Haare ein und macht sich in der Zeit eine Gesichtsmassage.

DOKTOR: Das heisst, Sie erinnern sich trotzdem an irgendetwas?

BESUCHER: Nat"urlich. Sonst w"are ich ein Vollidiot. Leider kommen manchmal Aussetzer vor. Irgendwelche Teile entfallen. Dann tauchen sie auf. Dann entfallen sie wieder. Tauchen wieder auf. Entfallen wieder. Tauchen wieder auf. Entfallen…

DOKTOR: (Unterbricht ihn.) Ich hab' verstanden. Tauchen wieder auf.

BESUCHER: Ja. Tauchen wieder auf. Aber insgesamt habe ich ein hervorragendes Ged"achtnis.

DOKTOR: Tats"achlich?

BESUCHER: Nat"urlich. Ich liebe Literatur, Philosophie, Kunst. Haben Sie Hegel gelesen?

DOKTOR: Irgendetwas habe ich gelesen.

BESUCHER: Erinnern Sie sich, wie sch"on er von Architektur und Skulptur gesprochen hat?

DOKTOR: Hm… Und Sie erinnern sich?

BESUCHER: Nat"urlich. (Mit Gef"uhl.) „Die Konkretisierung der abstrakten Ideen auf dem Gebiet der Plastik erzeugt jenen Satz des sich selbst suchenden Geists, in dem er, von sich selbst abstossend, sich auf dem Gebiet der bildenden Erkenntnis der darin enthaltenen Sch"onheit potenziert“.

DOKTOR: Und das hat Hegel gesagt?

BESUCHER: Ja, und?

DOKTOR: Nicht, nichts. Wenn schon, dann erinnern Sie sich vielleicht doch, wie Sie heissen?

BESUCHER: Ich?

DOKTOR: (Verliert die Geduld.) Sie. Doch nicht ich? K"onnen Sie denn nicht irgendwie machen, dass Ihr Name auftaucht?

BESUCHER: Nat"urlich. Ich heisse… Ich erinnere mich nicht.

DOKTOR: Vielleicht rufen wir Ihre Frau an und erfahren Ihren Namen mit ihrer Hilfe?

BESUCHER: Gute Idee.

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