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Krasnogorov Valentin

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Anton geht gehorsam hinaus.

DOKTOR: Sagen Sie, wissen Sie, dass Ihr… "ah… Mann krank ist?

JOHANNA: Wie k"onnte ich das nicht wissen!

DOKTOR: Und Sie wissen, an was er leidet?

JOHANNA: Er leidet an Ged"achtnisverlust.

DOKTOR: Seit wann?

JOHANNA: (Verwundert.) Was heisst „seit wann“?

DOKTOR: Seit wann ist er krank?

JOHANNA: (Verwundert.) Wissen Sie das denn nicht?

DOKTOR: Weshalb sollte ich das wissen?

JOHANNA: Aber Sie behandeln ihn doch schon zwei Jahre, wenn nicht l"anger!

DOKTOR: Ich? Zwei Jahre??

JOHANNA: Doktor, was ist mit Ihrem Ged"achtnis? Wie k"onnen Sie einen Kranken behandeln, wenn Sie sich selbst an nichts erinnern?

DOKTOR: Nun gut, m"ogen es zwei Jahre sein. Erz"ahlen Sie von der Krankheit Ihres Mannes genauer. Haben Sie es schwer mit ihm?

JOHANNA: Welche Frau hat es leicht mit ihrem Mann?

DOKTOR: Vertiefen wir uns nicht in pers"onliche Probleme, reden wir "uber die medizinischen. Wie genau dr"uckt sich seine Krankheit aus?

JOHANNA: Er erinnert sich an sehr komplizierte und lange zur"uckliegende Dinge und vergisst die einfachsten. Er kann sich, zum Beispiel, Kaffe eingiessen und vergessen, ihn auszutrinken. Oder zweimal ein und dasselbe Medikament einnehmen.

DOKTOR: Das passiert mir auch.

JOHANNA: Hab' ich mir schon gedacht.

DOKTOR: Wie halten Sie denn das alles aus?

JOHANNA: Ich bin ein Mensch der Pflicht. Ich mache nicht das, was mir gef"allt, sondern das, was ich tun muss. Ich esse nicht das, was mir schmeckt, sondern das, was weniger Kalorien enth"alt. Ich treffe mich nicht mit denen, die mir sympathisch, sondern mit denen, die mir n"utzlich sind. Ich lebe nicht mit dem Mann, mit dem ich wollte, sondern mit dem, der mir zufiel. Sich zu beklagen und zu jammern ist zwecklos. Man muss arbeiten, den G"urtel enger schnallen und sein Kreuz tragen.

DOKTOR: Ich bewundere Sie.

JOHANNA: Danke. Aber letztendlich ist mein ehemaliger Mann auch kein so schlechter Mensch. Es gibt schlechtere. Ich wiederhole mir das hundertmal am Tag. Es gibt schlechtere. Es gibt schlechtere. Jede Frau sollte das wiederholen. Es gibt schlechtere.

DOKTOR: Warum haben Sie gesagt „ehemaliger Mann“? Haben Sie sich denn geschieden?

JOHANNA: In keiner Weise. Wir sind immer noch verheiratet. Aber was ist das f"ur ein Ehemann, der das vergisst, was ein Mann und Ehemann nicht vergessen sollte. Sie verstehen mich?

DOKTOR: Hm… Und was machen Sie in solchen F"allen? Erinnern Sie ihn daran?

JOHANNA: Wenn man den Mann an solche Dinge erinnern muss, dann hilft da auch nichts mehr.

DOKTOR: Sie haben Recht.

JOHANNA: Wissen Sie, zu welchem Schluss mich meine juristische Praxis gebracht hat? Je mehr vergessliche M"anner es gibt, desto mehr leidende Frauen gibt es.

DOKTOR: Zum gleichen Schluss kommt auch die "arztliche Praxis. Allerdings, sagen Sie, kam Ihnen nie in den Sinn, dass man seine Vergesslichkeit in diesen Dingen damit begr"unden kann, dass…

JOHANNA: …dass er eine andere Frau hat?

DOKTOR: Das haben Sie gesagt und nicht ich.

JOHANNA: Bringen Sie mich nicht zum Lachen. Das ist ausgeschlossen.

DOKTOR: Ja? Und wie w"urden Sie sich zu so einer Vermutung verhalten, dass nicht lange vor Ihnen mit ihm eine… Wie soll ich Ihnen das sagen… Versteht sich, das ist nur eine Vermutung…

JOHANNA: Verschleiern Sie die Sache nicht, Doktor. Spielen Sie mit offenen Karten. Ich habe keine schwachen Nerven.

DOKTOR: Sie d"urfen ihn nicht verurteilen. Meiner Meinung nach erinnert er sich einfach nicht, wer seine Frau ist.

JOHANNA: Er erinnert sich ausgezeichnet. (Sie ruft den Mann, der hereinkommt.) Lieber, sag diesem Menschen, wie ich heisse.

ANTON: Weiss er das denn nicht?

JOHANNA: Er wusste es, hat es aber vergessen. (Ironisch.) Dieser Mensch leidet an Ged"achtnisverlust.

ANTON: (Zum Doktor.) Sie tun mir aufrichtig Leid.

DOKTOR: Ich tu' mir selbst Leid.

ANTON: Warum gehen Sie sich nicht in Behandlung? Ich kann Ihnen einen guten Arzt empfehlen. Hier ist seine Visitenkarte.

DOKTOR: (Sieht sich die Karte an.) Ich danke Ihnen, das ist meine Karte. Sagen Sie lieber, wie diese Dame heisst?

ANTON: Sie stellen seltsame Fragen. Denken sie, ich weiss nicht, wie meine eigene Frau heisst? Die Frau, mit der ich die Schule besuchte?

DOKTOR: Also, wie heisst sie, zum Teufel auch?

ANTON: Johanna. Und nun?

JOHANNA: Nichts, Lieber. Du kannst solange ins Wartezimmer zur"uckgehen. Geh aber nicht weg. (Anton geht hinaus.)

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