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VI
Unterrichtet in der Liebe durch zehntausend B"ucher, belehrt durch die Weitergabe wenig ver"anderbarer Gesten und t"orichter Schw"ure — eingeweiht in die Liebe aber erst hier — als die Lava herabfuhr und ihr Hauch uns traf am Fuss des Berges, als zuletzt der ersch"opfte Krater den Schl"ussel preisgab fiir diese verschlossenen K"orper — Wir traten ein in verwunschene R"aume und leuchteten das Dunkel aus mit den Fingerspitzen. VII
Innen sind deine Augen Fenster auf ein Land, in dem ich in Klarheit stehe. Innen ist deine Brust ein Meer, das mich auf den Grund zieht. Innen ist deine H"ufte ein Landungssteg fiir meine Schiffe, die heimkommen von zu grossen Fahrten. Das Gl"uck wirkt ein Silbertau, an dem ich befestigt liege. Innen ist dein Mund ein flaumiges Nest f"ur meine fl"ugge werdende Zunge. Innen ist dein Fleisch melonenlicht, s"uss und geniessbar ohne Ende. Innen sind deine Adern ruhig und ganz mit dem Gold gef"ullt, das ich mit meinen Tr"anen wasche und das mich einmal aufwiegen wird. Du empf"angst Titel, deine Arme umfangen G"uter, die an dich zuerst vergeben werden. Innen sind deine F"usse nie unterwegs, sondern schon angekommen in meinen Samdanden. Innen sind deine Knochen helle Fl"oten, aus denen ich T"one zaubern kann, die auch den Tod bestricken werden… VIII
.. Erde, Meer und Himmel. Von K"ussen zerw"uhlt die Erde, das Meer und der Himmel. Von meinen Worten umklammert die Erde, von meinem letzten Wort noch umklammert das Meer und der Himmel! Heimgesucht von meinen Lauten diese Erde, die schluchzend in meinen Z"ahnen vor Anker ging mit allen ihren Hoch"ofen, T"urmen und hochm"utugen Gipfeln, diese geschlagene Erde, die vor mir ihre Schluchten entbl"osste, ihre Steppen, W"usten und Tundren, diese rastlose Erde mit ihren zuckenden Magnetfeldern, die sich hier selbst fesselte mit ihr noch unbekannten Kraftketten, diese bet"aubte und bet"aubende Erde mit Nachtschattengew"achsen, bleiernen Giften und Str"omen von Duft — untergegangen im Meer und aufgegangen im Himmel die Erde! IX
Die schwarze Katze, das "ol auf dem Boden, der b"ose Blick: Ungl"uck! Zieh das Korallenhorn, h"ang die H"orner vors Haus, Dunkel, kein Licht! X
О Liebe, die unsre Schalen aufbrach und fortwarf, unseren Schild, den Wetterschutz und braunen Rost von Jahren! О Leiden, die unsre Liebe austraten, ihr feuchtes Feuer in den f"uhlenden Teilen! Verqualmt, verendend im Qualm, geht die Flamme in sich. XI
Du willst das Wetterleuchten, wirfst die Messer, du trennst der Luft die warmen Adern auf; dich blendend, springen aus den offenen Pulsen laudos die letzten Feuerwerke auf: Wahnsinn, Verachtung, dann die Rache, und schon die Reue und der Widerruf. Du nimmst noch wahr, dass deine Klingen stumpfen, und endlich f"uhlst du, wie die Liebe schliesst: mit ehrlichen Gewittern, reinem Atem. Und sie verst"osst dich in das Traumverlies. Wo ihre goldnen Haare niederh"angen, greifst du nach ihr, der Leiter in das Nichts. Tausend und eine Nacht hoch sind die Sprossen. Der Schritt ins Leere ist der letzte Schritt. Und wo du aiifprallst, sind die alten Orte, und jedem Ort gibst du drei Tropfen Blut. Umnachtet h"altst du wurzellose Locken. Die Schelle l"autet, und es ist genug. XII
Mund, der in meinem Mund gen"achtigt hat, Aug, das mein Aug bewachte, Hand — und die mich schleiften, die Augen! Mund, der das Urteil sprach, Hand, die mich hinrichtete! XIII
Die Sonne w"armt nicht, stimmlos ist das Meer. Die Gr"aber, schneeverpackt, schn"urt niemand auf. Wird denn kein Kohlenbecken angef"ullt mit fester Glut? Doch Glut tut's nicht. Erl"ose mich! Ich kann nicht l"anger sterben. Der Heilige hat anderes zu tun; er sorgt sich um die Stadt und geht ums Brot. Die W"ascheleine tr"agt so schwer am Tuch; bald wird es fallen. Doch mich deckt's nicht zu. Ich bin noch schuldig. Heb mich auf. Ich bin nicht schuldig. Heb mich auf. Das Eiskorn l"os vom zugefrornen Aug, brich mit den Blicken ein, die blauen Gr"unde such, schwimm, schau und tauch: Ich bin es nicht. Ich bin's. XIV
Wart meinen Tod ab und dann h"or mich wieder, es kippt der Schneekorb, und das Wasser singt, in die Toledo m"unden alle T"one, es taut, ein Wohlklang schmilzt das Eis. О grosses Tauen! Erwart dir viel! Silben im Oleander, Wort im Akaziengr"un Kaskaden aus der Wand. Die Becken f"ullt, hell und bewegt, Musik. XV
Die Liebe hat einen Triumph und der Tod hat einen, die Zeit und die Zeit danach. Wir haben keinen. Nur Sinken um uns von Gestirnen. Abglanz und Schweigen. Doch das Lied "uberm Staub danach wird uns "ubersteigen. Dura legge d'Amor! та, ben che obliqua,
Servar convensi; perb ch'ella aggiunge
Di cielo in terra, universale, antiqua.
Petrarca, "I Trionfi"39
Перевод А. Исаевой, Е. Соколовой, А.Голембы.